Der Urlaub in der Türkei war traumhaft, die Koffer sind gepackt, und am liebsten würden Sie die gesamte türkische Frühstückstafel mit nach Deutschland nehmen. Doch am Flughafen in Deutschland wartet oft eine böse Überraschung: der Zoll. Nichts trübt die Urlaubsfreude mehr, als wenn der teure Käse, die hausgemachte Sucuk oder das hochwertige Olivenöl vor Ihren Augen im Müllcontainer landen. Damit Sie entspannt durch die grüne Tür (Anmeldefreie Waren) gehen können, habe ich Ihnen die aktuellen Regeln für [year] zusammengefasst. Hier erfahren Sie genau, was in den Koffer darf und was Sie lieber vor Ort aufessen sollten.
Lebensmittel: Der größte Irrtum bei Käse und Fleisch
Das ist der Punkt, an dem die meisten Reisenden scheitern. Die Europäische Union hat extrem strenge Regeln zum Schutz vor Tierseuchen. Das bedeutet für Sie ganz konkret: Die Einfuhr von Fleisch und Milchprodukten aus der Türkei in die EU ist für Privatpersonen strikt verboten.
Es spielt dabei keine Rolle, ob die Ware vakuumiert, eingeschweißt oder tiefgefroren ist. Auch die Aussage des Verkäufers auf dem Basar, dass das extra für den Flug verpackt ist, schützt Sie nicht vor der Beschlagnahmung.

Diese Produkte werden vom Zoll fast immer konfisziert:
- Sucuk und Pastırma (Rindfleischprodukte)
- Käse aller Art (Weißkäse, Tulum, Kaşar)
- Joghurt und Sahne (Kaymak)
Was ist erlaubt? Zum Glück müssen Sie nicht mit leeren Händen kommen. Pflanzliche Produkte sind in der Regel unproblematisch, solange sie für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind. Sie können bedenkenlos folgende Leckereien einpacken:
- Baklava und Lokum (türkischer Honig)
- Geröstete Kichererbsen (Leblebi) und Nüsse
- Gewürze und Tee (Çay)
Wenn Sie Ihre Gewürze und Teesorten in authentischer Atmosphäre kaufen möchten, bietet sich ein Besuch im historischen Fatih-Viertel an. Dort, in der Nähe der beeindruckenden Chora-Moschee (Kariye Camii), finden Sie noch traditionelle Händler abseits der Touristenfallen.
Die Honig-Regel und Olivenöl
Ein hochwertiger Honig aus den Bergen oder Kastanienhonig vom Schwarzen Meer ist ein beliebtes Mitbringsel. Hier zeigt sich der Zoll gnädiger: Sie dürfen bis zu 2 Kilogramm Honig pro Person abgabenfrei einführen. Achten Sie darauf, dass der Honig gut verpackt ist, damit er im Koffer nicht ausläuft.

Beim Olivenöl gibt es zollrechtlich für den Eigenbedarf kaum Mengenbeschränkungen (im Rahmen der Wertgrenze von 430 Euro), aber hier ist die Fluggesellschaft Ihr Gegner. Olivenöl gilt als Flüssigkeit und darf nicht ins Handgepäck. Im Aufgabegepäck muss es extrem sicher verpackt sein, da viele Airlines den Transport von flüssigem Öl wegen der Auslaufgefahr beschränken. Prüfen Sie das vorher unbedingt bei Ihrer Airline.
Alkohol und Zigaretten: Die Freimengen beachten
Wenn Sie im Duty-Free-Shop oder im Supermarkt in der Türkei einkaufen, gelten für die Einreise nach Deutschland feste Obergrenzen. Diese gelten pro Person ab 17 Jahren.
- Zigaretten: 200 Stück (1 Stange) ODER 250 Gramm Tabak.
- Alkohol: 1 Liter Spirituosen mit mehr als 22 % Alkoholgehalt (z. B. Rakı) ODER 2 Liter alkoholische Getränke mit höchstens 22 % Alkoholgehalt (z. B. Wein).
Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Kaufen Sie Ihre Zigaretten lieber im Duty-Free am Flughafen. Die Preise sind oft günstiger, und Sie haben die Sicherheit, dass die Produkte echt sind.
Kleidung, Fake-Marken und die 430-Euro-Grenze
Die Türkei ist ein Paradies für Textilien. Doch wie sieht es mit den berühmten Marken-Imitaten aus? Der deutsche Zoll drückt bei der Einreise im Reiseverkehr oft ein Auge zu, wenn keine gewerblichen Absichten erkennbar sind.

Das bedeutet: Wenn Sie zwei gefälschte T-Shirts und eine Handtasche für sich selbst mitbringen, haben Sie meist keine Probleme. Wenn Sie aber 20 gleiche T-Shirts in verschiedenen Größen im Koffer haben, geht der Zoll von Handel aus. Dann wird die Ware beschlagnahmt und es droht ein Strafverfahren.
Die goldene 430-Euro-Regel: Für alle Waren, die Sie mitbringen (Kleidung, Technik, Geschenke, Lebensmittel), gilt bei Flugreisen eine Freigrenze von insgesamt 430 Euro pro Person. Übersteigt der Wert Ihres Kofferinhalts diese Summe, müssen Sie Einfuhrabgaben zahlen. Bewahren Sie daher Kaufbelege unbedingt auf, um den Wert nachweisen zu können.
Vielleicht haben Sie vor Ihrer Abreise noch Zeit für einen Einkaufsbummel in Istanbul. Die Gegend um Beşiktaş ist bekannt für ihre lebendigen Märkte und modernen Shops. Wenn Sie dort sind, lohnt sich auch ein kurzer Abstecher zum prachtvollen Yildiz Palast, um vor dem Shopping noch etwas Kultur und Ruhe im Park zu genießen.
Goldschmuck und Bargeld: Vorsicht bei der Ausreise
Viele Besucher kaufen in der Türkei Goldschmuck, da die Verarbeitung oft hochwertiger und der Preis für die Arbeit günstiger ist. Auch hier zählt die 430-Euro-Grenze für die abgabenfreie Einfuhr. Alles darüber muss beim Zoll angemeldet und versteuert werden (Pauschalsteuersatz von 17,5 % bis 700 Euro Wert, darüber reguläre Abgaben).
Beim Bargeld gilt: Wenn Sie 10.000 Euro oder mehr an Barmitteln dabei haben, müssen Sie dies beim Zoll unaufgefordert schriftlich anmelden. Das dient der Bekämpfung von Geldwäsche.
Mein Tipp: Seien Sie ehrlich. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie über der Freimenge liegen, gehen Sie am Flughafen durch den roten Ausgang (Anmeldepflichtige Waren). Die Zöllner sind oft kulant, wenn man proaktiv auf sie zugeht. Wer jedoch beim Schmuggeln durch den grünen Ausgang erwischt wird, zahlt nicht nur die Steuern nach, sondern auch ein Bußgeld, das oft genauso hoch ist wie der Warenwert selbst.
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